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Impfung gegen Covid_19 für Stillende

Wie sieht die aktuelle Empfehlung zur impfung gegen Covid_19 für Stillende aus?

In aller Kürze: Die Impfung ist möglich – nach med. Abwägung. Med. Fachpersonal sollte sich bevorzugt impfen lassen – das schließt Stillende ausdrücklich ein!

Negative Auswirkungen sind nicht zu erwarten.

Die Datenlage ist aber – logischerweise – vergleichsweise dünn. Die WHO empfiehlt nach erfolgter Impfung, weiterzustillen.

Im Folgenden haben wir dir die jeweiligen konkreten Stellungnahmen und Empfehlungen verlinkt. Wie immer: Die Visuals sind für die Nutzung in den sozialen Netzwerken gedacht. Speichere sie, schick sie bei Bedarf an die von dir betreuten Mütter weiter.

Stillen & Covid_19-Impfung: International

WHO, CDC, SMFM,

WHO

If a breastfeeding woman is part of a group (e.g. health workers) recommended for vaccination, vaccination can be offered. WHO does not recommend discontinuing breastfeeding after vaccination.

WHO World Health Organization
(Stand 08.02.2021)

CDC

There are no data on the safety of COVID-19 vaccines in lactating women or on the effects of mRNA vaccines on the breastfed infant or on milk production/excretion. mRNA vaccines are not thought to be a risk to the breastfeeding infant. People who are breastfeeding and are part of a group recommended to receive a COVID-19 vaccine, such as healthcare personnel, may choose to be vaccinated.

CDC.org Center for Desease Controll and Prevention
(Stand 08.02.2021)

SMFM

Vaccination is recommended for lactating persons. Counseling should balance the lack of data on vaccine safety and a person’s individual risk for infection and severe disease.The theoretical risks regarding the safety of vaccinating lactating people do not outweigh the potential benefits of the vaccine.

SMFM Society for Maternal Fetal Medicine
(Stand 08.02.2021)

ABM

Individuals who are lactating should discuss the risks and benefits of vaccination with their health care provider, within the context of their risk of contracting COVID-19 and of developing severe disease.

ABM Academy of breastfeeding medicine
(Stand 08.02.2021)

Zur Stellungnahme des ABM und zu diversen weiteren Fakten rund um die Impfung (Wirkungsweise, Erklärung zur nicht zu erwartenden Schädigung des Säuglings usw.) empfehlen wir auch ausdrücklich dieses Interview mit zahlreichen Video-Sequenzen mit Dr. Lori Feldman-Winter.

Stillen & Covid_19-Impfung: Nationale Einschätzung (D/AT)

Gibts da auch was auf deutsch? Aber ja doch. Hier, bitte schön:

STIKO

Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

STIKO Ständige Impfkommission
(Stand 08.02.2021)

DPGM, DGGG, NSK

Der Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion für die stillende Frau ist mit dem gleichen hohen Wirkungsgrad der Impfung anzunehmen, wie dies in den bisherigen Studien für nicht-stillende Frauen gezeigt werden konnte, auch wenn detaillierte Angaben hierzu fehlen [5].

Vor allem bei persönlichen, durch Komorbiditäten oder Exposition bedingten Risiken für einen schweren COVID-19-Verlauf wie vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem sowie Diabetes, Hypertonie und Adipositas überwiegt der potenzielle Nutzen der Impfung die theoretischen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Impfung deutlich [1,2].

[…]

Auch wenn gesicherte Daten ausstehen, kann durch Muttermilch übertragene schützende Immunität eine passive Präventionsstrategie zum Schutz des Säuglings darstellen [16].

Daher sollten in der Beratung und Aufklärung die (potenziellen) Vorteile einer Impfung für Mutter und Säugling dargestellt und eine partizipative Entscheidungsfindung ermöglicht
werden [17].

Stellungnahme DPGM, DGGG, NSK
(Stand 08.02.2021) bzw. PDF-Version der Stellungnahme (Stand 08.02.2021)

OEGGG

Die Impfung soll und kann stillenden Frauen empfohlen werden und stellt keinen Grund dar, die Stillzeit vorzeitig zu beenden. Durch die Impfung gebildete Antikörper gegen eine Infektion mit SARSCoV2, welche durch die Muttermilch auf das Neugeborene übertragen werden, sind als potentiell schützend anzusehen.

Es gibt momentan keine ausreichenden Daten, welche die Anwendung während der Stillzeit erlauben, es existieren jedoch keinerlei Hinweise für potentiell negative Auswirkungen.

OEGGG Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
(Stand 08.02.2021)

Für deine Stillberatung

Fakten für die Stillende

Generell ist es unsere Aufgabe als Stillberaterinnen, einer Stillenden möglichst alle notwendigen Informationen für eine informierte Entscheidung an die Hand zu geben. Die Beratung selbst erfolgt natürlich ergebnisoffen – ob eine Stillende sich letztlich für oder gegen die Impfung entscheidet, bleibt (logischerweise!) ihr überlassen.

Weißt du alles, klar. Wir schreibens trotzdem dazu, weil es vor allem bei Ehrenamtlichen wichtig ist, diese Grenze stets präsent zu haben. Gilt auch für uns 😉

Wichtig ist: Grundsätzlich ist med. Fachpersonal dazu angehalten, Stillende umfassend zu beraten. Vor allem auch zu dieser akuten Impfung!

In der Praxis erfolgt das nicht immer/nicht ausreichend genug. Ein Verweis auf die oben zitierten Stellungnahmen kann für die Stillende hilfreich sein, um eine angemessene Beratung zu erhalten.


Für dich zum runterladen, abspeichern und bei Bedarf an Stillende weiterschicken:


Embryotox bietet ausdrücklich eine individuelle Beratung zur Impfung für Stillende an – hier kann die Mutter ihrem med. Fachpersonal gemeinsam anrufen und detaillierte Beratung anfordern.

Bisher aufgetretene Fragen zur Covid_19 Impfung haben wir hier zusammengefasst. Hast du Ergänzungen dazu? Dann schreib uns bitte eine kurze Mail, wir nehmens gern mit auf!

  • Ist die Impfung gegen Covid_19 für Stillkinder gefährlich?

    Bisherige klinische Zulassungsstudien haben Stillende ausgeschlossen. Das geschieht in der Regel aus ethischen (und Haftungs-)Gründen. Soweit so schlecht, denn wie lässt sich jetzt bestimmen, ob die Impfung für Stillende sicher sein wird?

    Die Academy for breastfeeding medicine hält dazu fest: „The vaccine is made of lipid nanoparticles that contain mRNA for the SARS-CoV-2 spike protein; the mRNA sequence only encodes this protein. These particles are injected into muscle, where the nanoparticles are taken up by muscle cells. These muscle cells then transcribe the mRNA to produce spike protein. The spike protein made by the cell stimulates an immune response, protecting the individual from COVID-19 illness.

    During lactation, it is unlikely that the vaccine lipid would enter the blood stream and reach breast tissue. If it does, it is even less likely that either the intact nanoparticle or mRNA transfer into milk. In the unlikely event that mRNA is present in milk, it would be expected to be digested by the child and would be unlikely to have any biological effects.

    While there is little plausible risk for the child, there is a biologically plausible benefit. Antibodies and T-cells stimulated by the vaccine may passively transfer into milk. Following vaccination against other viruses, IgA antibodies are detectable in milk within 5 to 7 days. Antibodies transferred into milk may therefore protect the infant from infection with SARS-CoV-2.“ (Quelle: https://www.bfmed.org/abm-statement-considerations-for-covid-19-vaccination-in-lactation)

    Sprich: Es ist unwahrscheinlich, dass eventuelle Impfbestandteile aus der Blutbahn der Mutter in die Muttermilch und von dort über den Verdauungstrakts des Kindes hinaus BEIM STILLKIND aktiv werden könnten.

  • Muss nach der Impfung gegen Covid_19 abgestillt werden?

    Die Empfehlungen (s. o.) raten dazu, nach erfolgter Impfung ohne Unterbrechung weiterzustillen.

  • Gibt es Nebenwirkungen, die für Stillende besonders relevant sind?

    Bisher beobachtete Nebenwirkungen beschreiben typische Impfbegleiterscheinungen wie (leichtes) Fieber, Druckempfindlichkeit an der Impfstelle, Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen.

    Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt, die das Stillen beeinträchtigen könnten.

  • Bei welcher Indikation sollten Stillende geimpft werden?

    Die WHO empfiehlt derzeit, insbesondere Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen zu impfen. Das betrifft ausdrücklich auch Stillende, die aktiv Gesundheits- und Pflegeberufe ausüben. Die Empfehlungen zur Impfreihenfolge werden aber laufend angepasst, sodass die Stillende am besten selbst die Indikationen abruft.

    Davon abgesehen sollte die Stillende zusammen mit ihrer behandelnden Ärztin/dem Arzt abwägen, ob sie Risikopatientin ist und das Risiko eines schwereren Verlaufs erhöht ist. Die Empfehlung, dass sich Menschen mit erhöhtem Risiko impfen lassen sollten, schließt ausdrücklich auch Stillende mit ein!

  • Muss ich mich impfen lassen?

    Vor allem med. Personal und in der Pflege tätige sind aktuell dazu aufgefordert, sich impfen lassen. Eher früher als später.
    Und wenn frau stillst und in diesem Bereich arbeitet? Generell kann die Impfung ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden.
    Der Arbeitgebende kann daraus Konseqenzen ziehen, die Tätigkeit verändern oder – mit Blick auf das Mutterschutzgesetz – ein Beschäftigungsverbot anstreben.

    Bitte die Stillenden an dieser Stelle darauf verweisen, dass ein Abstillen nicht nötig ist, um die Impfung zu erhalten (weil sie nach derzeitigem Stand sicher ist) UND das Mutterschutzgesetz gleichzeitig hinreichend Schutz bietet, falls der AG trotz Bedenken auf der Impfung besteht.

    Wie das mit dem Arbeitsschutz für Stillende geregelt ist, findet sich ausführlicher bei Stillen & Arbeiten.s


Zum Abschluss noch ein Video, das typische (allgemeinere) Fragen zur Covid_19-Impfung ganz wunderbar (und dazu noch fachlich korrekt) zusammenfasst. Ja, es ist auf YouTube, aber falls du die promovierte Chemikerin Mai noch nicht kennst, kannst du es ja jetzt nachholen.

7 kritische Fragen zur Impfung

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1 Kommentar

  1. […] Zitate aus den nationalen und internationalen Stellungnahmen zum Thema Stillen & Covid_19-Impfung (Links zu den zitierten Stellungnahmen sind dort im Beitrag […]

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